Arbeitnehmer in Kurzarbeit – Wie viel Kurzarbeitergeld steht mir zu?

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Geprüft von Paul Krusenotto

Arbeitsrechtsexperte

Aktualisiert am:
20.10.2026
kurzarbeitergeld

Das Wichtigste zum Thema „Kurzarbeitergeld“

  • Kurzarbeitergeld ersetzt einen Teil Ihres Lohnausfalls: regelmäßig 60 Prozent des ausgefallenen pauschalierten Nettoentgelts, mit mindestens einem Kind 67 Prozent.

  • 2026 kann Kurzarbeitergeld befristet bis zu 24 Monate bezogen werden; ab dem 01.01.2027 gilt wieder grundsätzlich die Höchstdauer von 12 Monaten.

  • Kurzarbeit darf nicht einfach einseitig angeordnet werden. Es braucht eine wirksame Grundlage, etwa Tarifvertrag, Betriebsvereinbarung oder Ihre Vereinbarung.

  • Der Arbeitgeber zahlt das Kurzarbeitergeld an Sie aus und rechnet es anschließend mit der Agentur für Arbeit ab.

  • Bei Kündigung, Aufhebungsvertrag, zu niedriger Auszahlung oder fehlender Grundlage sollten Sie Ihre Ansprüche zeitnah prüfen lassen.

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Kurzarbeitergeld soll Ihren Arbeitsplatz sichern, wenn im Betrieb vorübergehend weniger Arbeit anfällt. Für Sie als Arbeitnehmer:in bedeutet das aber auch: weniger Gehalt, viele Abrechnungsfragen und manchmal Unsicherheit, ob Kurzarbeit überhaupt wirksam eingeführt wurde.

Dieser Ratgeber erklärt, wie viel Kurzarbeitergeld Ihnen zusteht, wer es zahlt, welche Regeln 2026 gelten und was Sie tun können, wenn etwas nicht stimmt.

Was ist Kurzarbeitergeld?

Kurzarbeitergeld ist eine Entgeltersatzleistung, die einen Teil Ihres Lohnausfalls ersetzt, wenn Ihre Arbeitszeit im Betrieb vorübergehend reduziert wird. Es soll verhindern, dass Beschäftigte bei Auftragsmangel oder anderen vorübergehenden Ausfällen sofort gekündigt werden.

Wichtig ist die Unterscheidung: Ihr Arbeitgeber reduziert Ihre Arbeitszeit nicht automatisch durch den Antrag bei der Agentur für Arbeit. Sozialrechtlich geht es darum, ob Kurzarbeitergeld gezahlt werden kann. Arbeitsrechtlich geht es zusätzlich darum, ob Ihre Arbeitszeit und Vergütung wirksam reduziert wurden.

Definition: Kurzarbeit null

„Kurzarbeit null“ bedeutet, dass Ihre Arbeitspflicht vorübergehend vollständig entfällt. Sie arbeiten dann für einen bestimmten Zeitraum gar nicht und erhalten statt regulärem Lohn Kurzarbeitergeld, sofern die Voraussetzungen erfüllt sind.

Für Arbeitnehmer:innen ist Kurzarbeit deshalb oft zweischneidig: Sie kann den Arbeitsplatz stabilisieren, führt aber meist zu weniger Geld im Monat. Gerade bei niedrigen Einkommen lohnt sich ein genauer Blick auf Abrechnung, Zuschüsse und mögliche ergänzende Leistungen.

Wer bekommt Kurzarbeitergeld?

Anspruch auf Kurzarbeitergeld besteht, wenn ein erheblicher Arbeitsausfall mit Entgeltausfall vorliegt, die betrieblichen und persönlichen Voraussetzungen erfüllt sind und der Arbeitsausfall ordnungsgemäß angezeigt wurde. Anspruchsinhaber sind Arbeitnehmer:innen, praktisch läuft Anzeige und Antrag aber über Arbeitgeber oder Betriebsvertretung.

§ 95 SGB III — Anspruch auf Kurzarbeitergeld

Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer haben Anspruch auf Kurzarbeitergeld, wenn ein erheblicher Arbeitsausfall mit Entgeltausfall vorliegt, die betrieblichen und persönlichen Voraussetzungen erfüllt sind und der Arbeitsausfall angezeigt wurde.

§ 95 SGB 3 – Einzelnorm

Der Arbeitsausfall muss auf wirtschaftlichen Gründen oder einem unabwendbaren Ereignis beruhen, vorübergehend und nicht vermeidbar sein. Außerdem muss im Kalendermonat mindestens ein Drittel der Beschäftigten im betroffenen Betrieb oder der Betriebsabteilung jeweils mehr als 10 Prozent Bruttoentgelt verlieren.

§ 96 SGB III — erheblicher Arbeitsausfall

Ein Arbeitsausfall ist erheblich, wenn er unter anderem auf wirtschaftlichen Gründen oder einem unabwendbaren Ereignis beruht, vorübergehend sowie nicht vermeidbar ist und die gesetzliche Mindestbetroffenheit im Betrieb erreicht.

§ 96 SGB 3 – Einzelnorm

Kein Kurzarbeitergeld erhalten grundsätzlich Minijobber:innen, weil sie nicht versicherungspflichtig in der Arbeitslosenversicherung sind. Leiharbeitnehmer:innen können nach dem aktuellen Informationsstand der Bundesagentur für Arbeit kein Kurzarbeitergeld erhalten; sollte sich diese Sonderregelung erneut ändern, muss der Beitrag vor Veröffentlichung aktualisiert werden.

Hinweis zu Minijob und Leiharbeit

Wenn Sie geringfügig beschäftigt sind oder in Leiharbeit arbeiten, sollten Sie nicht automatisch davon ausgehen, dass Kurzarbeitergeld gezahlt wird. Prüfen Sie Ihre Abrechnung und fragen Sie schriftlich nach, auf welcher Grundlage Ihr Entgelt reduziert wurde.

Wie hoch ist Kurzarbeitergeld?

Kurzarbeitergeld beträgt grundsätzlich 60 Prozent des ausgefallenen pauschalierten Nettoentgelts; Beschäftigte mit mindestens einem Kind erhalten 67 Prozent. Entscheidend ist also nicht Ihr gesamtes Monatsnetto, sondern der Nettoausfall, der durch die reduzierte Arbeit entsteht.

§ 105 SGB III — Höhe des Kurzarbeitergeldes

Das Kurzarbeitergeld beträgt 67 Prozent für Arbeitnehmer:innen, die beim Arbeitslosengeld die Voraussetzungen für den erhöhten Leistungssatz erfüllen würden, und 60 Prozent für die übrigen Arbeitnehmer:innen.

§ 105 SGB 3 – Einzelnorm

Die während der Corona-Pandemie zeitweise geltenden Erhöhungen auf 70/77 Prozent ab dem vierten Bezugsmonat und 80/87 Prozent ab dem siebten Bezugsmonat sind kein allgemeiner Dauerstandard. Für einen aktuellen Beitrag 2026 sollte deshalb mit 60/67 Prozent gearbeitet werden, sofern keine neue Sonderregelung oder ein Tarifzuschuss eingreift.

Situation

Regelbetrag Kurzarbeitergeld

Wichtig für Sie

Ohne Kind

60 Prozent des ausgefallenen pauschalierten Nettoentgelts

Ein Arbeitgeberzuschuss kann freiwillig, tariflich oder per Vereinbarung hinzukommen.

Mit mindestens einem Kind

67 Prozent des ausgefallenen pauschalierten Nettoentgelts

Prüfen Sie, ob Ihr Kind korrekt berücksichtigt wurde.

Kurzarbeit null

60 oder 67 Prozent des maßgeblichen pauschalierten Nettoausfalls

Sie arbeiten vorübergehend gar nicht; die Arbeitszeitreduzierung muss dennoch wirksam vereinbart sein.

Mit Aufstockung

Kurzarbeitergeld plus Zuschuss

Aufstockungen können sich aus Tarifvertrag, Betriebsvereinbarung oder einzelner Zusage ergeben.

Wie wird Kurzarbeitergeld berechnet?

Kurzarbeitergeld wird aus der Nettoentgeltdifferenz berechnet: Verglichen wird das pauschalierte Netto aus dem Entgelt ohne Arbeitsausfall mit dem pauschalierten Netto aus dem tatsächlich erzielten Entgelt während Kurzarbeit. Aus dieser Differenz werden 60 oder 67 Prozent gezahlt.

§ 106 SGB III — Nettoentgeltdifferenz

Die Nettoentgeltdifferenz ist die Differenz zwischen dem pauschalierten Nettoentgelt aus dem Soll-Entgelt und dem pauschalierten Nettoentgelt aus dem Ist-Entgelt.

§ 106 SGB 3 – Einzelnorm

In der Praxis nutzt die Lohnabrechnung dafür Tabellen der Bundesagentur für Arbeit. Das Ergebnis kann deshalb von einer groben Kopfrechnung abweichen. Entscheidend ist, ob Soll-Entgelt, Ist-Entgelt, Steuerklasse, Kindermerkmal und Ausfallstunden korrekt angesetzt wurden.

Beispiel: Frau Schneider

Frau Schneider verdient normalerweise 2.800 Euro brutto. Wegen Kurzarbeit arbeitet sie im Juli nur noch 50 Prozent. Die Lohnabrechnung vergleicht ihr Soll-Entgelt ohne Arbeitsausfall mit dem Ist-Entgelt während Kurzarbeit. Aus der pauschalierten Netto-Differenz erhält sie 60 Prozent Kurzarbeitergeld, weil kein Kindermerkmal berücksichtigt ist. Hat Frau Schneider ein berücksichtigungsfähiges Kind, wären es 67 Prozent.

Wenn Ihre Abrechnung deutlich niedriger wirkt als erwartet, sollten Sie nicht nur den Prozentsatz prüfen. Häufig liegen Fehler in den Ausgangsdaten, etwa bei der Steuerklasse, beim Kindermerkmal, beim Beschäftigungsumfang oder bei der Frage, welche Entgeltbestandteile einbezogen wurden.

Tipp

Bitten Sie schriftlich um eine nachvollziehbare Aufschlüsselung von Soll-Entgelt, Ist-Entgelt, Ausfallstunden, Leistungssatz und Zuschüssen. So lässt sich schneller erkennen, ob nur die Erwartung abweicht oder die Abrechnung tatsächlich fehlerhaft ist.

Wie lange wird Kurzarbeitergeld gezahlt?

Kurzarbeitergeld wird grundsätzlich bis zu 12 Monate gezahlt; für den Zeitraum vom 01.01.2025 bis längstens 31.12.2026 ist eine Bezugsdauer von bis zu 24 Monaten möglich. Ab dem 01.01.2027 soll nach aktuellem Stand wieder die Regelförderung von maximal 12 Monaten gelten.

Achtung: Rechtsstand 2026

Die 24 Monate sind eine befristete Sonderregelung. Für Veröffentlichungen nach 2026 muss dieser Abschnitt zwingend aktualisiert werden, weil ab dem 01.01.2027 wieder die 12-Monats-Regel gelten soll.

Unterbrechungen können ebenfalls wichtig sein. Wird Kurzarbeit drei Monate oder länger zusammenhängend unterbrochen und später erneut nötig, muss sie erneut angezeigt werden. Für Sie ist relevant, ob die Kurzarbeit noch auf einer wirksamen Vereinbarung beruht und ob die Abrechnung den richtigen Bezugszeitraum abbildet.

Wer zahlt Kurzarbeitergeld aus?

Das Kurzarbeitergeld wird Ihnen nicht direkt von der Agentur für Arbeit überwiesen. Ihr Arbeitgeber zahlt es mit der Entgeltabrechnung an Sie aus und lässt es sich anschließend von der Agentur für Arbeit erstatten.

Hinweis zur Auszahlung

Wenn Kurzarbeitergeld gar nicht, verspätet oder unplausibel niedrig ausgezahlt wird, bleibt Ihr erster Ansprechpartner zunächst der Arbeitgeber. Fordern Sie eine korrigierte Abrechnung und eine nachvollziehbare Berechnung an.

Der Antrag auf Erstattung muss innerhalb einer dreimonatigen Ausschlussfrist gestellt werden. Diese Frist betrifft in erster Linie den Arbeitgeber, kann für Sie aber praktisch relevant werden, wenn die Abrechnung intern liegen bleibt oder Unterlagen fehlen.

§ 99 SGB III — Anzeige des Arbeitsausfalls

Der Arbeitsausfall ist bei der Agentur für Arbeit schriftlich oder elektronisch anzuzeigen. Die Anzeige kann nur vom Arbeitgeber oder der Betriebsvertretung erstattet werden.

§ 99 SGB 3 – Einzelnorm

Müssen Sie Kurzarbeit zustimmen?

Kurzarbeit darf nicht allein über das Direktionsrecht angeordnet werden; es braucht eine besondere arbeitsrechtliche Grundlage. Diese kann in einem Tarifvertrag, einer Betriebsvereinbarung, einer wirksamen Kurzarbeitsklausel im Arbeitsvertrag oder einer gesonderten Vereinbarung mit Ihnen liegen.

Wichtiges Gerichtsurteil: Leiharbeitnehmer:innen und Betriesratgröße

Das Bundesarbeitsgericht hat klargestellt: Eine Betriebsvereinbarung zur Kurzarbeit muss so konkret sein, dass Arbeitnehmer:innen erkennen können, welche Rechte und Pflichten gelten. Mindestens müssen Beginn und Dauer, Lage und Verteilung der Arbeitszeit sowie die betroffenen Arbeitnehmer:innen geregelt sein.

BAG, Urteil vom 18.11.2015, Az. 5 AZR 491/14

Wenn keine Grundlage besteht und Sie auch nicht zustimmen, ist Vorsicht geboten. Eine bloße Mitteilung wie „ab morgen Kurzarbeit“ reicht in vielen Fällen nicht aus, um Ihre Vergütung rechtmäßig zu kürzen. Gleichzeitig kann eine pauschale Ablehnung praktische Folgen haben, etwa wenn der Arbeitgeber eine Änderungskündigung ausspricht.

Tipp

Unterschreiben Sie eine Kurzarbeitsvereinbarung nicht unter Zeitdruck. Bitten Sie um eine Kopie, prüfen Sie Beginn, Dauer, Umfang, Widerrufsmöglichkeiten, Zuschüsse und die Frage, ob Kurzarbeit null möglich sein soll.

Was gilt bei Urlaub, Krankheit und Nebenjob?

Urlaub, Krankheit und Nebenjob können das Kurzarbeitergeld beeinflussen, aber nicht jede Situation wirkt gleich. Entscheidend ist, ob vor oder während Kurzarbeit etwas vereinbart oder aufgenommen wurde und ob volle Arbeitstage durch Kurzarbeit ausfallen.

Thema

Was gilt grundsätzlich?

Was sollten Sie prüfen?

Urlaub

Urlaub kann auch während Kurzarbeit genommen werden; bei Kurzarbeit null kann sich der Jahresurlaub anteilig verringern, wenn ganze Arbeitstage ausfallen.

Ob die Kürzung rechnerisch stimmt und ob Kurzarbeit wirksam eingeführt wurde.

Krankheit

Bei Arbeitsunfähigkeit kommt es auf Zeitpunkt und Anspruchsgrundlage an; Entgeltfortzahlung und Kurzarbeitergeld können ineinandergreifen.

Ob die Abrechnung Krankheitstage, Kurzarbeitstage und Entgeltfortzahlung korrekt trennt.

Nebenjob

Ein vor Kurzarbeit bestehender Nebenjob wirkt sich grundsätzlich nicht aus; ein während Kurzarbeit neu aufgenommener Verdienst kann angerechnet werden.

Ob Sie den Nebenjob melden müssen und wie der Verdienst in der Abrechnung berücksichtigt wird.

Steuer

Kurzarbeitergeld ist steuerfrei, unterliegt aber dem Progressionsvorbehalt.

Ob Sie wegen mehr als 410 Euro Lohnersatzleistungen eine Steuererklärung abgeben müssen.

⚖️Urteil zu Urlaub bei Kurzarbeit null

Fallen wegen Kurzarbeit null ganze Arbeitstage aus, kann dies bei der Berechnung des Jahresurlaubs berücksichtigt werden. Arbeitnehmer:innen sollten aber prüfen, ob die Kurzarbeit überhaupt wirksam vereinbart wurde und ob nur volle Ausfalltage angesetzt wurden.

BAG, Urteil vom 30.11.2021, Az. 9 AZR 225/21

Auch sozialversicherungsrechtlich bleiben Sie während Kurzarbeit grundsätzlich abgesichert. Für Ausfallstunden werden Beiträge auf Basis eines fiktiven Arbeitsentgelts berechnet; nach Angaben des BMAS trägt der Arbeitgeber diese Beiträge für die Ausfallstunden allein.

Was passiert bei Kündigung oder Aufhebungsvertrag während Kurzarbeit?

Kurzarbeit schützt nicht automatisch vor Kündigung oder Aufhebungsvertrag. Gerade bei einer betriebsbedingten Kündigung während Kurzarbeit sollten Sie aber prüfen lassen, ob der angeblich nur vorübergehende Arbeitsausfall plötzlich als dauerhafter Kündigungsgrund dargestellt wird.

Achtung: Nicht vorschnell unterschreiben

Ein Aufhebungsvertrag kann Sperrzeitrisiken beim Arbeitslosengeld und den Verlust von Verhandlungsspielraum auslösen. Unterschreiben Sie während Kurzarbeit nichts, bevor Abfindung, Beendigungsdatum, Zeugnis, Freistellung und sozialrechtliche Folgen geprüft sind.

Wenn Sie eine Kündigung erhalten, läuft unabhängig von der Kurzarbeit die Drei-Wochen-Frist für die Kündigungsschutzklage. Kurzarbeit kann ein Argument in der Prüfung sein, ersetzt aber nicht die fristgerechte Reaktion auf die Kündigung.

Kündigung oder Aufhebungsvertrag während Kurzarbeit?

Prüfen Sie jetzt, ob sich Vorgehen lohnt und ob eine Abfindung realistisch ist.

  • Aufhebungsvertrag nicht ungeprüft unterschreiben

  • Fristen im Blick behalten

  • Abfindungschancen einschätzen

Was sollten Sie jetzt prüfen?

Wenn Ihr Betrieb Kurzarbeit ankündigt oder Ihre Abrechnung niedriger ausfällt als erwartet, hilft ein strukturierter Blick. Diese Checkliste bündelt die wichtigsten Arbeitnehmer:innen-Schritte.

Checkliste: Kurzarbeitergeld prüfen

  • Gibt es eine wirksame Grundlage für Kurzarbeit: Tarifvertrag, Betriebsvereinbarung, Arbeitsvertrag oder Einzelvereinbarung?

  • Sind Beginn, Dauer, Umfang und betroffene Personen klar geregelt?

  • Stimmen Soll-Entgelt, Ist-Entgelt, Ausfallstunden und Steuerdaten auf der Abrechnung?

  • Wurde das Kindermerkmal richtig berücksichtigt, falls Sie mindestens ein Kind haben?

  • Gibt es einen Anspruch auf Arbeitgeberzuschuss aus Tarifvertrag, Betriebsvereinbarung oder Zusage?

  • Wurden Urlaub, Krankheit, Feiertage und Nebenverdienst korrekt behandelt?

  • Liegt eine Kündigung oder ein Aufhebungsvertrag vor, der sofort geprüft werden muss?

Wenn Sie eine Klärung anstoßen möchten, können Sie zunächst schriftlich um Berechnung und Rechtsgrundlage bitten. Das schafft Nachvollziehbarkeit, ohne sofort zu eskalieren.

Muster-E-Mail

⚖ Haftungsausschluss: Haftungsausschluss: Dieses Muster ist eine allgemeine Formulierungshilfe und ersetzt keine Prüfung Ihres Einzelfalls. Lassen Sie insbesondere Kündigung, Aufhebungsvertrag, Ausschlussfristen und Rückzahlungsfragen individuell prüfen.

[Ihr Name]
[Ihre Anschrift]

[Arbeitgeber]
[Anschrift]

[Ort, Datum]

Betreff: Bitte um Auskunft zur Kurzarbeit und Berechnung des Kurzarbeitergeldes

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich bitte um schriftliche Auskunft, auf welcher arbeitsrechtlichen Grundlage für mein Arbeitsverhältnis Kurzarbeit eingeführt wurde.

Bitte übersenden Sie mir außerdem eine nachvollziehbare Berechnung meiner Abrechnung für den Monat [Monat/Jahr], insbesondere zu:

  • Soll-Entgelt und Ist-Entgelt,

  • angesetzten Ausfallstunden,

  • berücksichtigtem Leistungssatz (60 Prozent oder 67 Prozent),

  • etwaigen Arbeitgeberzuschüssen,

  • Behandlung von [Urlaub/Krankheit/Nebenverdienst/Feiertagen, falls relevant].

Ich bitte um Rückmeldung bis zum [Datum einsetzen].

Mit freundlichen Grüßen

[Unterschrift / Name]

Gerade wenn bereits eine Kündigung, ein Aufhebungsvertrag oder eine erhebliche Lohnkürzung im Raum steht, sollte das Schreiben nicht der letzte Schritt bleiben.

Chevalier prüft Ihre nächsten Schritte

Wenn Kurzarbeit, Kündigung oder Aufhebungsvertrag zusammenkommen, zählt eine klare Strategie.

  • Arbeitsrechtliche Einschätzung aus Arbeitnehmer:innen-Sicht

  • Prüfung möglicher Abfindung

  • Unterstützung bei Verhandlung und Verfahren

Fazit

Kurzarbeitergeld kann Arbeitsplätze sichern, bedeutet für Sie aber oft spürbare finanzielle Einbußen. Wichtig ist: Die Höhe beträgt regelmäßig 60 oder 67 Prozent des ausgefallenen pauschalierten Nettoentgelts, Kurzarbeit braucht eine wirksame Grundlage und Ihre Abrechnung sollte nachvollziehbar sein. Wenn Kündigung, Aufhebungsvertrag oder unklare Kürzungen hinzukommen, sollten Sie Ihre Rechte früh prüfen lassen.

Häufige Fragen

So hilft Ihnen Chevalier

Chevalier unterstützt Arbeitnehmer:innen, wenn Kurzarbeit nicht sauber läuft oder gleichzeitig Kündigung, Aufhebungsvertrag oder Abfindungsfragen entstehen.

Unser Ansatz

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  • Fristen und Risiken im Blick behalten

Gerade bei Kündigung oder Aufhebungsvertrag zählt Zeit. Lassen Sie prüfen, was Ihnen zusteht, bevor Fakten geschaffen werden.

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Autor:Coen Van

Bei der Kanzlei Chevalier beschäftige ich mich als Autor mit dem Arbeitsrecht. Im Fokus stehen die Situationen, die im Job wirklich passieren: Abmahnung, Kündigungsschutzklage, Streit ums Zeugnis oder offene Überstunden. Ich erkläre, welche Rechte Betroffene haben, welche Fristen zählen und wie man am besten vorgeht. So will ich Orientierung geben, wenn's im Arbeitsverhältnis kompliziert wird.

In welcher Situation können wir Ihnen helfen?

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Mara Zatti

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Felix Höfermann

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