Home » Drastischer Stellenabbau bei deutschen Airlines
kanzlei-chevalier-drastischer-stellenabbau-bei-deutschen-airlines

Drastischer Stellenabbau bei deutschen Airlines

Nachdem die Coronakrise viele Bereiche der Wirtschaft zum Stillstand gebracht hat und Tausende Arbeitnehmer in Deutschland in Kurzarbeit geschickt wurden, folgen jetzt in vielen Unternehmen Kündigungswellen. Es sind neben der Automobilindustrie vor allem Arbeitnehmer aus der Luftfahrt betroffen, in der drastische Schritte im Bereich Personaleinsparung sowohl in der Verwaltung als auch beim Flugpersonal geplant sind. Einige Airlines setzen auf andere Vorgehensweisen, um Mitarbeiterkündigungen verhindern zu können. Ob diese allerdings als arbeitnehmerfreundlicher einzustufen sind sei dahingestellt. 

Arbeitnehmer leiden unter Nachwehen der Coronakrise

Die Nachwirkungen der Coronakrise betreffen die überwiegende Mehrheit der Unternehmen und somit auch dessen Arbeitnehmer. Der europaweite, teilweise monatelange, Lockdown und das Reiseverbot machen vor allem der Luftfahrt zu schaffen. Die Mehrheit der Arbeitnehmer mussten in Kurzarbeit gehen, denn die Flugzeuge blieben wochenlang am Boden. Auch jetzt, nachdem Reisen wieder erlaubt sind, nutzen nur wenige Europäer die Möglichkeit ins Ausland zu fliegen. So erwarten einige Airlines, dass die Nachfrage nach Flügen erst in etwa drei Jahren wieder den Stand von 2019 erreichen wird.

Fluggesellschaften planen Abbau von rund 15.000 Stellen deutschlandweit 

Um diesen Umsatzeinbußen entgegenzuwirken, sehen sich zahlreiche Fluggesellschaften gezwungen, wertvolle Stellen abzubauen. Von 50.000 Stellen europaweit ist die Rede. Allein in Deutschland müssen rund 15.000 Arbeitnehmer um Ihren Job bangen, 11.000 Arbeitsplätze könnten allein bei der Airline Lufthansa wegfallen.

stellenabbau-ausgew-hlter-airlines-in-deutschland

Umstrittene Maßnahmen um Stellenabbau zu verhindern

Einige Unternehmen setzen daher auf unkonventionelle Maßnahmen, um zu verhindern Ihren Mitarbeitern kündigen zu müssen. So bat die irische Fluggesellschaft Ryanair Ihren Piloten einen 5-20 prozentigen freiwilligen Gehaltsverzicht an. Diesem “freiwilligen“ Angebot wurde allerdings eine Drohung aus Irland hinterhergeschoben rund 120 Piloten zu entlassen, sollte es keine Einigung zum Fortbestand des Beschäftigungsverhältnisses geben. Der österreichische Anbieter Austrian Airlines gab hingegen an, die Kurzarbeit Ihrer Mitarbeiter auf bis zu 3 Jahre verlängern zu wollen und Kollektivverträge anzupassen.

internationaler-stellenabbau-ausgew-hlter-airlines

Trotz Finanzspritze für Unternehmen, bangen Arbeitnehmer um Ihre Zukunft

Für die tausenden Mitarbeiter der Airlines bedeutet dies eine immense Unsicherheit. Unter dem Motto „Ihr fliegt in den Urlaub – Wir fliegen raus“ demonstrierten Hunderte vor dem Bundeskanzleramt, um auf die Zustände aufmerksam zu machen. Aus Sicht der Arbeitnehmer stehen die umfangreichen Finanzhilfen der Bundesregierung für die Fluggesellschaften im Widerspruch zum geplanten drastischen Stellenabbau. Auch die Gewerkschaft Verdi meldete sich in den vergangenen Wochen zu Wort und bezeichnete einige Vorhaben als voreilige Entscheidungen, die  „absolut nicht nachvollziehbar“ seien. 

Maßnahmen aus arbeitsrechtlicher Perspektive kritisch zu betrachten

Es bleibt abzuwarten, welche Beschäftigungskonzepte der Unternehmen für Ihre Mitarbeiter wirklich umgesetzt werden können und dürfen. “In der Corona-Krise müssen Fluggesellschaften auch ihrer sozialen Verantwortung gerecht werden. Personalabbau ist zwar manchmal unumgänglich, dieser muss aber immer sozialverträglich und gerecht ablaufen,” so Saljoughi weiter. 

Anzumerken ist, dass je nach Land andere Gesetze und Verträge für die Arbeitnehmer der Airlines gelten. Die Norwegian Airline hat 90% seines Personals gekündigt, diese sollen zwar auf Abruf wieder eingestellt werden, aber die Ungewissheit bleibt ob alle Ihren Arbeitsplatz wiederbekommen, bleibt bestehen. Auch die Lufthansa ist stark in der Umstrukturierung, die neue Ocean GmbH für Ferienflüge, darf nicht dazu genutzt werden, die bisherigen Tarifverträge auszuhebeln.

Aus Sicht des deutschen Arbeitsrecht gilt es jetzt die Vorschläge und Maßnahmen der Airlines auf Ihre Rechtmäßigkeit und vor allem Ihren Sinn zu prüfen. Es sollten keine voreiligen oder für Arbeitnehmer unhaltbare Entscheidungen getroffen werden. Immerhin geht es um 15.000 Jobs und somit um die Zukunft von 15.000 Arbeitnehmern in Deutschland.


Teilen Sie den Artikel mit Ihren Freunden und Arbeitskollegen