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Kanzlei Chevalier Rechtsanwälte präsentiert den Abfindungsatlas 2021

Abfindungsatlas

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Frauen und Ostdeutsche sind in puncto Abfindungszahlungen benachteiligt. Sie bekommen laut dem Abfindungsatlas Deutschland 2021, der nach internen Analyse von 1390 Abfindungsdaten der Kanzlei Chevalier Rechtsanwälte ausgewertet wurden, weniger Geld, wenn sie ein Unternehmen verlassen. 

Abfindungen sind im Arbeitsrecht ein probates Mittel, um Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen für einen, in der Regel unerwarteten, Verlust des Arbeitsplatzes zu entschädigen. Bei der Höhe der Abfindung gibt es hierzulande große Unterschiede. Neben der absoluten Abfindung ist für einen Blick auf die Gleichbehandlung von Arbeitnehmenden der sogenannte Abfindungsfaktor hilfreich (Berechnung: Abfindung in Euro, geteilt durch Bruttomonatsgehalt und die vollen Beschäftigungsjahre). Der durchschnittliche Abfindungsfaktor bei Männern liegt laut der Abfindungsdaten der Kanzlei Chevalier Rechtsanwälte bei 0,65. Bei Frauen liegt er hingegen bei 0,59. Das bedeutet, dass Arbeitnehmer bei einem Gehalt von 3.000 Euro und 5 Beschäftigungsjahren eine Abfindung in Höhe von 9.750 Euro erhalten würden, bei Arbeitnehmerinnen würde sich die Abfindungssumme dagegen auf 8.850 Euro belaufen. Sie bekommen damit im Durchschnitt 9 Prozent weniger Geld als Männer. „Die Abfindungsfaktoren bei Frauen haben sich gegenüber den Männern schon relativ gut angeglichen. Da das Bruttomonatsentgelt aber die Berechnungsgrundlage für die Höhe der zu erzielenden Abfindung darstellt, müssen die Arbeitgeber noch viel tun, um eine gerechte Entlohnung ihrer Arbeitnehmenden zu gewährleisten”, bekräftigt Ashkan Saljoughi, Fachanwalt für Arbeitsrecht und Leiter der Kanzlei Chevalier Rechtsanwälte.

Frauen bekommen etwa 41 Prozent weniger Abfindung

Beim direkten Vergleich der geschlechtsspezifischen Abfindungssummen fällt auf: Die Höhe der Abfindungssumme ist bei Frauen deutlich niedriger. Sie bekommen im Durchschnitt circa 7.800 Euro und damit etwa 41 Prozent weniger als Männer, die im Durchschnitt 13.200 Euro erhalten. Dieser Unterschied lässt sich zum einen mit dem in Deutschland weiterhin existierenden Gender Pay Gap begründen. Danach erhalten Frauen für die gleiche Arbeit weniger Lohn als ihre männlichen Kollegen. Das Statistische Bundesamt gibt den Verdienstunterschied aktuell mit circa 18 Prozent an. Zudem arbeiten Frauen nach wie vor eher in Berufen, die in der Regel schlechter bezahlt werden und auch häufiger in Teilzeit.

Abfindung Frauen Männer

Arbeitnehmende aus Ostdeutschland erhalten etwa 33 Prozent weniger Abfindung

Die internen Daten der Chevalier Rechtsanwälte zeigen zudem, dass auch noch 30 Jahre nach der deutschen Wiedervereinigung die geografische Lage des Arbeitgebers eine wichtige Rolle bei der Abfindungshöhe spielt. Im Durchschnitt erhalten deutsche Arbeitnehmende eine Abfindung von etwa 9.900 Euro. Im Osten (inklusive Berlin) liegt diese bei 8.600 Euro, wohingegen im Westen durchschnittlich 11.100 Euro gezahlt werden. Arbeitgeber in Ostdeutschland zahlen ihren Beschäftigten damit durchschnittlich rund 33 Prozent weniger Abfindung als Arbeitgeber in Westdeutschland. In Sachsen erhalten Arbeitnehmende mit durchschnittlich 6.700 Euro die geringsten Abfindungssummen. In Rheinand-Pfalz hingegen wird mit durchschnittlich 13.900 Euro die großzügigste Kompensation für den Verlust des Arbeitsplatzes gezahlt. „Die Unterschiede bei den Abfindungszahlungen zwischen Ost und West sind ein weiterer Indikator dafür, dass auch nach über 30 Jahren nach der Wiedervereinigung viel dafür getan werden muss, Leistungen gerechter anzugleichen. Dabei braucht es die Hilfe der Länder und der Unternehmen selbst, um angemessene Maßnahmen zu finden und umzusetzen”, erklärt Saljoughi.

Ost-West-Unterschied macht sich auch beim Städtevergleich bemerkbar

Beim Vergleich der größten Städte der jeweiligen Regionen zeigen sich hinsichtlich der gezahlten Abfindungsfaktoren deutliche Unterschiede. Die vier höchsten Faktoren sind in westdeutschen Städten vorhanden. Die zwei einwohnerstärksten Städte Ostdeutschlands, Dresden und Leipzig, liegen mit ihren Abfindungsfaktoren hingegen auf den hinteren Plätzen. Vergleicht man den Abfindungsfaktor von Hamburg (1,0) mit dem Abfindungsfaktor von Dresden (0,25), fällt auf, dass der Abfindungsfaktor von Hamburg viermal höher ist als der von Dresden. 

Städte Vergleich

Abfindungsunterschiede zwischen Frauen und Männern werden durch Betriebszugehörigkeit bestätigt 

Eine weitere Komponente, die das Ungleichgewicht der Geschlechter aufzeigt, ist die Betriebszugehörigkeit. In den ersten fünf Jahren entwickeln sich laut den Daten Chevaliers die Abfindungshöhen von Männern und Frauen ähnlich. Nach dieser Zeit steigt die Differenz zwischen den Geschlechtern bei den Abfindungen jedoch. Besonders deutlich wird der Unterschied nach etwa 15 Jahren Betriebszugehörigkeit: Männer erhalten mit einer Abfindung von im Durchschnitt rund 34.800 Euro nach bis zu 25 Jahren im Unternehmen fast doppelt so viel wie Frauen, die im Durchschnitt etwa 19.100 Euro bekommen. 

Vergleich Beschäftigungsdauer

Weitere Daten im Abfindungsatlas 

 Abfindungshöhe nach Bruttogehalt

Eine mögliche Abfindungssumme steigt mit höheren Einkommen der Arbeitnehmenden. Wer also mehr verdient, bekommt oft auch eine höhere Abfindungssumme gezahlt. Besserverdienende arbeiten oft in Positionen mit viel Verantwortung und sind sich ihrer Rechte deshalb sehr gut bewusst. Zudem kennen sie die Strukturen und die richtigen Ansprechpartner eines Unternehmens besser und greifen daher deutlich häufiger auf die Expertise eines Anwalts für Arbeitsrecht zurück,um bei der Abfindungsverhandlung in einer besseren Position zu sein. „Besserverdienende haben gegenüber anderen Arbeitnehmenden mit weniger Berufserfahrung den Vorteil, oft über gutes Verhandlungsgeschick und Selbstbewusstsein zu verfügen. Außerdem sind sie häufig bestens im eigenen Unternehmen vernetzt und befinden sich so in einer besseren Verhandlungsposition. Das sind Hauptgründe für die höheren Abfindungssummen”, so Saljoughi. 

Vergleich Bruttogehalt

Abfindungshöhen pro Bundesland nach Geschlecht

Beim Blick auf die untere Abbildung wird deutlich, dass sich besonders Arbeitnehmende aus Westdeutschland über hohe Abfindungssummen freuen können. Die ersten Plätze im bundesweiten Vergleich belegen Rheinland Pfalz und Bayern. Auffällig ist hier, dass Männer besonders dort deutlich höhere Summen erhalten als Frauen. In der Gesamtbetrachtung erzielen Arbeitnehmerinnen in lediglich fünf von sechzehn Bundesländern eine höhere Abfindung als Arbeitnehmer.

Vergleich Bundesländer

Disclaimer

Alle Angaben zum Abfindungsatlas basieren auf den uns zur Verfügung stehenden Daten. Insgesamt wurden 1390 interne Daten analysiert. Die Daten sind reliabel, erheben jedoch keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Sie erfassen den Zeitraum vom 01.10.2020 bis zum 13.09.2021.


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