Corona Pflegebonus - Kommen die Zuschüsse bei den Arbeitnehmern an?

Corona Pflegebonus - Kommen die Zuschüsse bei den Arbeitnehmern an?

Was genau ist die Corona-Prämie?

Hinter dem Begriff Corona-Prämie steckt eine geplante Einmalzahlung an Arbeitnehmer in der Altenpflege. Sie wurde am 14. Mai 2020 beschlossen und betrifft rund 28.600 Pflegebetriebe. Diese werden im Rahmen des Gesetzes angewiesen, ihren Mitarbeitern im Jahr 2020 eine einmalige Sonderleistung zu zahlen, die dem “Zweck der Wertschätzung für die besonderen Anforderungen“ dienen soll. Insbesondere soll damit die wichtige Leistung von Fachkräften in der Altenpflege während der Corona Krise betont und anerkannt werden.

Für wen gibt es den Bonus?

Die Sonderzahlung erhalten alle Voll- und Teilzeitbeschäftigten in Pflegeeinrichtungen, sofern sie in dem Zeitraum vom 1.März 2020 bis Ende Oktober 2020 mindestens drei Monate in der Pflege beschäftigt waren. Diese sogenannte Bemessungszeit gilt auch für Auszubildende und Personen, die den Bundesfreiwilligendienst in einer solchen Einrichtung absolvieren.

Wieviel Geld erhalten Arbeitnehmer aus der Altenpflege denn nun genau?

Die Höhe der Zahlungen ist in fünf Gruppen unterteilt. Dadurch soll die unterschiedliche Belastung und Verantwortung der Beschäftigten sowie die Risikonähe und die wöchentliche Wochenarbeitszeit berücksichtigt werden.


Die erste Gruppe umfasst Vollzeitbeschäftigte, die schwerpunktmäßig in der direkten Pflege und Betreuung arbeiten. Sie erhalten einen Zuschuss von 1000 Euro. Dabei handelt es sich insbesondere um Pflegefachpersonal und Pflegehilfskräfte, Alltagsbegleiterinnen und Alltagsbegleiter, Betreuungskräfte, Assistenzkräfte und Präsenzkräfte (unabhängig von ihrer betrieblichen Bezeichnung) sowie Beschäftigte in der hauswirtschaftlichen Versorgung. 

Jeweils 667 Euro erhalten alle weiteren Vollzeitbeschäftigten, die in der Pflege und Betreuung der Pflegebedürftigen in der Einrichtung mitarbeiten. Dabei können sie in der Verwaltung, der Küche, am Empfang, in der Haustechnik, Gebäudereinigung, der Garten- und Geländepflege, der Wäscherei, Logistik oder im Sicherheitsdienst arbeiten. Wichtig ist, so steht es im Gesetz, dass sie mindestens zu 25 Prozent ihrer Arbeitszeit gemeinsam mit Pflegebedürftigen „tagesstrukturierend, aktivierend, betreuend oder pflegend tätig sind“. 

Für die dritte Gruppe der übrigen Vollzeitbeschäftigten, ist ein Pflegebonus in Höhe von 334 Euro vorgesehen. Die beiden letzten Gruppen umfassen zum Einen Auszubildende in Pflegeeinrichtungen und zum anderen Personen, die ihren Bundesfreiwilligendienst in einer Pflegeeinrichtung leisten. 

Auszubildende erhalten eine Corona Prämie von 600 Euro und Bundesfreiwilligendienstleistende von 100 Euro, wobei hier der gleiche Bemessungszeitraum wie für Vollzeitmitarbeiter gilt.

Für Arbeitnehmer, die während des Bemessungszeitraumes in Teilzeit gearbeitet haben, wird der Corona Pflegebonus anteilig ausgezahlt. Dabei werden die wöchentlich durchschnittlich tatsächlich geleisteten Stunden im Verhältnis zur regelmäßigen Wochenarbeitszeit der Vollzeitmitarbeiter betrachtet, mindestens jedoch die vertraglich vereinbarten Stunden. Allerdings wird der Zuschuss bei einer Wochenarbeitszeit ab 35 Stunden im Bemessungszeitraum vollständig ausgezahlt, um die Mehrarbeit gerade während der Corona Krise zu honorieren.

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Was hat es mit der Aufstockung des Corona-Bonus auf sich?

Zusätzlich ist im Gesetz festgehalten, dass der Corona Pflegebonus durch die Länder oder auch den Arbeitgeber sozialabgaben- und steuerfrei aufgestockt werden kann. Für die erste Gruppe handelt es sich hierbei um eine mögliche Erhöhung auf bis zu 1500 Euro. Vollzeitmitarbeiter, die mindesten 25% Ihrer Arbeitszeit mit Pflegebedürftigen verbringen, können eine Aufstockung von bis zu 1000 Euro erhalten. Eine Erhöhung auf bis zu 500 Euro ist für alle weiteren Beschäftigten einer Pflegeeinrichtung angesetzt. Bei den beiden letzten Gruppen können Auszubildende eine Aufstockung bis zu 900€ und Freiwilligendienstleistende bis zu 150€ erhalten.

Wann kann ich mit der Auszahlung des Bonus rechnen?

Je nach Bundesland gelten unterschiedliche Fristen sowohl für den Antrag als auch für die Auszahlungstermine. Bis zum 15. Juli 2020 sollte der Zuschuss an alle Arbeitnehmer gezahlt werden, die bis zum 1. Juni 2020 die Voraussetzungen erfüllt haben. Beschäftigte, die Voraussetzungen erst bis zum 31.Oktober 2020 erfüllen, erhalten die Corona-Prämie bis spätestens 15. Dezember 2020. Im Gesetz ist außerdem festgehalten, dass Arbeitgeber den Pflege Bonus “unverzüglich nach Erhalt der Vorauszahlung” an ihre Mitarbeiter auszuzahlen haben und spätestens mit dem nächsten Gehalt.

Wer übernimmt die Kosten für die Corona-Prämie?

Pflegeeinrichtungen sind zur Auszahlung der Zuschüsse verpflichtet, allerdings werden Anteile von bis zu 1000 Euro durch die Pflegeversicherungen übernommen. Die Ländern können freiwillig und steuerfrei auf bis zu 1500 Euro aufstocken. 

Was muss mein Arbeitgeber tun?

Arbeitgeber müssen für die zwei Zeitpunkte im Jahr 2020, den 01. Juni 2020 und den 31. Oktober 2020, die Höhe des Pflegebonus für ihre Mitarbeiter ermitteln und die benötigte Gesamthöhe den Pflegekassen melden. Hierbei gilt: Die Corona-Prämie darf jeder Arbeitnehmer aus der Pflege nur einmal erhalten. Am 15. Februar 2021 sollen die Einrichtungen dann Auskunft über die tatsächlichen Auszahlungsbeträge der Zuschüsse geben, sodass Pflegekassen zu viel oder zu wenig gezahlte Beiträge ausgleichen können.

Muss ich den Zuschuss versteuern?

Nein, die Prämie ist steuerfrei und es fallen außerdem keine Sozialabgaben  an. Für die Prämie gilt also brutto gleich netto. 

Mein Arbeitgeber möchte mir die Prämie monatlich auszahlen. Darf er das?

Nein. Die Prämie muss in einer Summe gezahlt werden, demnach ist eine monatliche Teilzahlung nicht zulässig. Des Weiteren darf Ihr Arbeitgeber den Betrag nicht mit anderen Ansprüchen oder freiwilligen Leistungen verrechnen.

Ich war in dem Zeitraum krank oder im Urlaub. Bekomme ich den Corona Pflegebonus dennoch?

Sie könnten Anspruch haben. Innerhalb des Bemessungszeitraumes von 3 Monaten sind Unterbrechungen von bis zu 14 Kalendertagen sowie ein längerer Ausfall aufgrund von Erholungsurlaub, eines Arbeitsunfalls, einer Erkrankung an COVID-19 oder Quarantänemaßnahmen zulässig.

Ich wurde auf Kurzarbeit gesetzt. Wie wirkt sich das auf meine Prämie aus? 

Ähnlich wie bei Teilzeitkräften wird der Zuschuss hier anhand der wöchentlich tatsächlich geleisteten Stunden innerhalb des Bemessungszeitraumes bestimmt, mindestens jedoch anhand der vertraglich vereinbarten Stunden.

Was ist der aktuelle Stand zum Thema Corona-Pflegebonus?

Die Auszahlung hat in den meisten Bundesländern bereits begonnen. Allerdings haben rund 55% der Beschäftigten in Altenpflegeeinrichtungen ihre Corona-Prämie noch nicht erhalten.* Sie warten auch noch auf Ihren Pflegebonus? Wir stellen Ihnen ein kostenloses Musterschreiben zur Verfügung, mit dem Sie Ihren Pflegebonus direkt bei Ihrem Arbeitgeber anfordern können.

*basierend auf einer Umfrage, die die Kanzlei Chevalier im August 2020 durchgeführt hat.


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