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Langzeitfolgen Corona – Arbeitsunfähigkeit wegen Long-Covid

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Covid 19 hat unser aller Leben maßgeblich beeinflusst. Hierfür sorgten neben Kontaktbeschränkungen auch anderweitige Einschränkungen des alltäglichen Lebens. Während zu Beginn der Pandemie lediglich feststand, dass die akuten Symptome der schweren Erkrankung eine schwere Belastung für den menschlichen Körper darstellen, leiden mittlerweile immer mehr unter den Corona-Langzeitfolgen. Die als “Long-Covid” bezeichnete Krankheit kann sich durch die unterschiedlichsten Symptome äußern. Dauerhafte Müdigkeit, stark eingeschränkte Leistungsfähigkeit und geschwächte Ausdauer sind nur drei der typischen Beispiele. Egal, ob Quarantäne oder Arbeitsunfähigkeit. Ihr Berufsleben bleibt von Covid 19 ebenfalls nicht unberührt. Infolgedessen gelten viele Arbeitnehmer als arbeitsunfähig. Im Folgenden wollen wir einmal näher beleuchten, inwiefern die Erkrankung Langzeitfolgen für Ihren Job haben kann.

Welche Folgeerkrankungen kann COVID-19 unter anderem auslösen?

Arbeitsunfähig nach Lungenembolie – Dieses Schicksal ereilte einige Arbeitnehmer während der Corona-Pandemie. Da COVID-19 gleich mehrere Bereiche des Körpers angreift, können die Symptome während der akuten Erkrankung vielfältig sein. Lunge, Herz, Niere und selbst das Gehirn können von der multisystemischen Erkrankung betroffen sein. Gängige Folgeerkrankungen von COVID-19 sind:

  • Erkrankungen der Atemwege
  • Erkrankungen des Nervensystems
  • Magen-Darm-Beschwerden

Welche gesundheitlichen Langzeitfolgen von COVID-19 werden berichtet?

Der Begriff Long-Covid ist mittlerweile bereits in den alltäglichen Sprachgebrauch übergegangen. Doch was ist Long-Covid überhaupt? Wie die Symptome der Krankheit selbst, können auch die Langzeitfolgen unterschiedlicher Natur sein. Erkrankte berichten in der Regel von einer starken Müdigkeit, dauerhaften Erschöpfung sowie starken Kopfschmerzen. Obendrein sprechen Ärzte davon, dass extreme Atembeschwerden die Folge sein können. Auch die mittlerweile berühmt berüchtigten Geschmacksstörungen und Geruchsstörungen können in Folge von COVID-19 entstehen. Aus diesen vielfältigen Symptomen können weitere Folgen wie depressive Stimmungen, eine stark eingeschränkte Denkleistung sowie Angst- und Schlafstörungen resultieren. 

Neben dieser eingeschränkten Leistung des Gehirns und der Atemwege, kann auch das Herz-Kreislauf-System unter den Folgen von COVID-19 leiden. Insbesondere ein hoher Puls sowie stolpernde Herzschläge können bei Betroffenen auftreten. Auch Brustschmerzen, die nicht selten zu Panikattacken führen können, stellen Long-Covid-Opfer häufig fest. Nicht selten führt Long-Covid auch zu schwerwiegenden Stoffwechselerkrankungen wie bspw. Diabetes. Hier wird die Belastung der Nieren deutlich. Diese Bündelung unterschiedlicher Symptome können einzeln oder in Kombination auftreten. 

Wie lange kann die Genesung bei COVID-19 dauern?

Wie alle Erkrankungen sollte man auch COVID-19 dringend vollständig auskurieren. Dies ist die beste Vorsorge, um sich vor den Langzeitfolgen in Form von Long-Covid zu bewahren. Allerdings muss man mitunter Wochen, wenn nicht sogar Monate warten, bis man als vollständig genesen gilt.  

Wie viele Covid-19-Patienten leiden an Spätfolgen einer Corona Infektion?

Jeder, der eine Covid-19-Erkrankung durchlebt hat, hat das Risiko, zu einem späteren Zeitpunkt unter Long-Covid leiden zu müssen. Je schwerer die Corona-Erkrankung dabei war, umso höher ist auch das Risiko von Spätfolgen. Eine englische Studie hat zutage gebracht, dass gut 40 Prozent aller schwer Erkrankten zum Opfer von Long-Covid werden können. So sind selbst Monate nach aktiver COVID-19-Erkrankungen noch Symptome feststellbar. Eine chinesische Studie wiederum, die den Fokus auf die stark betroffene Stadt Wuhan gelegt hat, machte deutlich, dass etwa 76 Prozent der im Krankenhaus behandelten Patienten selbst ein halbes Jahr nach der Corona-Erkrankung noch unter mindestens einem Symptom leiden mussten. Das Risiko von Long-Covid sollte man also keinesfalls unterschätzen.

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Was tun bei Corona Langzeitfolgen?

Da es sich bei COVID-19 um eine hartnäckige und vor langandauernde Erkrankung handelt, müssen sich Arbeitnehmer früher oder später von ihrem Arzt eine Arbeitsunfähigkeit attestieren lassen. In Folge einer Infektion steht für Sie ohnehin erst einmal Quarantäne an, weshalb maximal die Arbeit aus dem Homeoffice möglich. Doch jede akute Infektion ist einmal vorbei und Sie können wieder Ihre Arbeit verrichten. Was ist aber, wenn Sie auch nach überstandener Infektion noch nicht wieder fit sind? Wie sieht es mit den Langzeitfolgen von COVID-19 aus? Wir haben eine kleine Checkliste für Sie zusammengestellt.

  • Gehen Sie zum Arzt
    Sollten Sie sich unwohl fühlen nachdem Sie COVID-19 überstanden haben, sollten Sie einen Arzt aufsuchen. Dieser wird unter Umständen feststellen, dass Sie unter Long-Covid leiden. Lassen Sie sich von Ihrem Arzt dann zunächst eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung ausstellen.
  • Erholen Sie sich
    Mittlerweile haben sich in Deutschland viele Reha-Zentren auf Long-Covid-Erkrankte spezialisiert. Hierbei steht in allererster Linie die Stärkung Ihres Herz-Kreislauf-Systems im Fokus. 
  • Krankenkasse kontaktieren
    Sollte sich herausstellen, dass Sie unter Long-Covid leiden, nimmt die Genesung in der Regel ein wenig Zeit in Anspruch. Ihr Arbeitgeber ist dazu verpflichtet, Ihnen bis zu sechs Wochen volles Gehalt zu zahlen, wenn Sie als arbeitsunfähig gelten. Deshalb sollten Sie Ihre Krankenkasse anrufen und wegen Arbeitsunfähigkeit befragen. Schließlich geht die Pflicht zur Lohnfortzahlung vom Arbeitgeber auf die Krankenkasse über. 

Bekomme ich trotzdem Gehalt wenn ich wegen Long – Covid arbeitsunfähig bin?

Auch, wenn Sie wegen Long-Covid in die Arbeitsunfähigkeit geraten sollten, haben Sie einen Anspruch auf Gehalt. Ihr Arbeitgeber muss Ihnen dieses für sechs Wochen zahlen. Ist diese Zeit abgelaufen, ist es ihm jedoch nicht mehr zuzumuten. Dann springt die Krankenkasse für die Lohnfortzahlung ein. 

Was passiert nach den 78 Wochen Krankengeld?

Doch das sogenannte Krankengeld, das Ihnen von der Krankenkasse zusteht, können Sie nicht unendlich lang beziehen. Nach spätestens 78 Wochen kommt es nämlich dazu, dass die Krankenkasse Ihre Lohnfortzahlung beendet. Dann erhält der Betroffene stattdessen das sogenannte Arbeitslosengeld bei Arbeitsunfähigkeit. Wer sich diesem Risiko gar nicht erst aussetzen möchte, sollte sich eine entsprechende Versicherung für den Fall der Arbeitsunfähigkeit sichern. Wenn es zum Ernstfall kommen sollte, müssen Sie mit deren Hilfe keine allzu hohen finanziellen Einbußen verkraften.

Kann ich wegen Long – Covid gekündigt werden?

Selbstverständlich machen sich Betroffene von Long-Covid langfristig Sorgen um ihren Arbeitsplatz. Theoretisch kann Sie Ihr Arbeitgeber aufgrund Ihrer Erkrankung kündigen. Diese Kündigung bei Arbeitsunfähigkeit fällt in die Gruppe der personenbedingten Kündigung. Damit Sie gekündigt werden können, müssen allerdings gewisse Voraussetzungen vorliegen. So müssen Sie mindestens sechs Wochen im Jahr krankheitsbedingt gefehlt haben. Obendrein darf keine wirkliche Besserung für die Zukunft absehbar sein. Dies ist bei chronischen Krankheiten der Fall. Zu guter Letzt muss eine Interessenabwägung zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber stattfinden, bei der überprüft wird, ob die Kündigung auch verhältnismäßig in dem Sinne ist, dass die Fortführung des Beschäftigungsverhältnis für den Arbeitgeber nicht doch noch zumutbar ist. Die Hürden für eine wirksame Kündigung liegen hier sehr hoch.

Haben Sie eine Kündigung erhalten?

Wann ist eine Kündigung wegen Long-Covid unwirksam?

Sollte der Arbeitnehmer weniger als sechs Wochen im Jahr arbeitsunfähig gefehlt haben oder eine Besserung der Situation in Sicht sein, ist der Ausspruch einer wirksamen krankheitsbedingten Kündigung grundsätzlich eher nicht möglich.

Wie können wir Ihnen weiterhelfen?

Sollten Sie auch nach einer Reha noch arbeitsunfähig sein, ist es wichtig, dass Sie sich in allererster Linie um Ihre Gesundheit kümmern. Belange, die Ihr Arbeitsverhältnis betreffen, übernehmen gerne unsere Fachanwälte für Arbeitsrecht. Die Chevalier Rechtsanwälte stehen Ihnen in diesem Fall mit Rat und Tat zur Seite.


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