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Was ist der Unterschied zwischen einem Auflösungsvertrag und einem Abwicklungsvertrag?

Viele Arbeitnehmer denken noch immer, dass ihr Arbeitsverhältnis zwangsläufig mit einer Kündigung enden muss. Dies ist jedoch ein häufiger Trugschluss. Schließlich gibt es neben einem einfachen Fristablauf auch einvernehmliche Wege, einen Arbeitsvertrag zu beenden. So können Sie mit Ihrem Chef nämlich auch einen Abwicklungsvertrag oder Aufhebungsvertrag schließen. Doch was ist das eigentlich und ist ein Abwicklungsvertrag ein Aufhebungsvertrag? Diese und weitere Fragen wollen wir im Folgenden einmal beantworten. 

Unterschied Auflösungsvertrag und Abwicklungsvertrag – die Themen im Überblick

Was versteht man unter einem Auflösungsvertrag?

Beim Auflösungsvertrag handelt es sich sich um eine einvernehmliche Beendigung des Arbeitsverhältnisses. Hier sind sich Arbeitgeber auf der einen und Arbeitnehmer auf der anderen Seite darüber einig, dass der Arbeitsvertrag enden soll. Folglich wirkt ein Auflösungsvertrag im Endeffekt wie eine Kündigung. In diesem Zusammenhang trifft man häufig auch auf den Begriff des Aufhebungsvertrags. Doch was ist der Unterschied zwischen einem Auflösungsvertrag und einem Aufhebungsvertrag? Die Antwort hierauf ist schnell gegeben – es gibt keinen. Auflösungsvertrag, Auflösungsvereinbarung und Aufhebungsvertrag beschreiben alle drei die einvernehmliche Beendigung des Arbeitsverhältnisses.

Wann ist ein Auflösungsvertrag möglich?

Theoretisch sind Auflösungsverträge immer möglich. Da es sich, dem Namen entsprechend, allerdings um einen gegenseitigen Vertrag handelt, müssen auch beide Seiten “mitspielen”. Vereinfacht gesagt reicht es nicht, seinen Arbeitgeber um einen Auflösungsvertrag zu bitten. Dieser muss diesem auch zustimmen. Achten Sie darauf, dass folgende Punkte in Ihrer Bitte um einen Aufhebungsvertrag stehen:

  • Name, Anschrift vom Arbeitnehmer
  • Name, Anschrift vom Unternehmen sowie gesetzlichem Vertreter
  • Passende Überschrift (“Bitte um einen Aufhebungsvertrag”)
  • Angestrebter Zeitpunkt der Beendigung des Arbeitsverhältnisses
  • Zumutbare Frist für die Rückmeldung

Doch was passiert, wenn der Arbeitgeber der Bitte um einen Aufhebungsvertrag nicht nachkommt? Der Arbeitnehmer hat keinen Anspruch auf einen Aufhebungsvertrag. Da Arbeitgeber mit einem gesunden Unternehmer-Verstand jedoch keine unmotivierten Arbeitskräfte in den eigenen Reihen wissen möchten, kommen sie in der Regel Ihrem Wunsch nach. Denken Sie bitte unbedingt daran, dass Ihre Bitte um einen Aufhebungsvertrag keinerlei rechtliche Wirksamkeit entfaltet. Sie können also nicht einfach so der Arbeit fernbleiben. Tun Sie dies dennoch, drohen Schadensersatzansprüche seitens Ihres Arbeitgebers.    

Haben Sie einen Aufhebungsvertrag erhalten?

Wie formuliere ich einen Auflösungsvertrag?

Vereinfacht gesagt sind die Ziele von Aufhebungsvertrag und Kündigung identisch. Beide möchten das Arbeitsverhältnis beenden. Alles beginnt mit der Bitte um einen Aufhebungsvertrag. Hier wenden Sie sich an Ihren Arbeitgeber, um eine Beendigung herbeizuführen. Die Bitte selbst kann formlos an Ihren Chef ergehen. Das heißt, dass Sie ihn theoretisch auch mündlich um einen Aufhebungsvertrag bitten können. Ratsam ist dies jedoch aus Beweisgründen nicht. Schließlich gehört zu einer ordentlichen Bitte auch eine angemessene Fristsetzung. Diese schriftlich festzuhalten, ist immer ratsam. Der Auflösungsvertrag ist ein gegenseitiger Vertrag, der zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer geschlossen wird. Im Zuge der Bitte um selbigen hat Ihr Chef zwei Möglichkeiten zu reagieren. Entweder er lehnt die Bitte ab oder er kommt der Bitte nach. Wenn Sie auf eine positive Reaktion treffen, geht es in der Regel an den Verhandlungstisch. Um einen bestmöglichen Aufhebungsvertrag aushandeln zu können, sollten Sie sich unbedingt Unterstützung von einem Fachanwalt für Arbeitsrecht holen. Bei einem Aufhebungsvertrag auf Wunsch des Arbeitnehmers ist dies von großer Bedeutung, da man so eine möglichst hohe Abfindung herausschlagen kann. Die Formulierung des Auflösungsvertrags obliegt Ihnen. Dementsprechend ist es auch Ihnen überlassen, wie Sie diesen schreiben. Allerdings gibt es einige Eckpfeiler, auf die Sie beim Schreiben achten sollten. Wichtig ist, dass Sie sich zu folgenden Punkten äußern.

Beendigungszeitpunkt

Der Aufhebungsvertrag soll das Arbeitsverhältnis beenden. Dementsprechend muss aus diesem hervorgehen, zu wann der Vertrag beendet werden soll. 

Resturlaub

Häufig besteht für den Arbeitnehmer noch ein Anspruch auf Resturlaub. Was mit diesem passieren soll, wird in der Regel ebenfalls im Aufhebungsvertrag festgehalten. Die Auszahlung ist der Standardfall.

Abfindung

Ihr Ziel sollte es sein, eine möglichst hohe Abfindung zu erhalten. Diese soll der Überbrückung bis zum neuen Arbeitsverhältnis dienen.  

Grund der Beendigung

Hier kann man den Grund oder die Gründe entnehmen, die zur Beendigung des Arbeitsverhältnisses führen.

Qualifiziertes Arbeitszeugnis

Achten Sie unbedingt darauf, dass der Aufhebungsvertrag Ihren Arbeitgeber zur Ausstellung eines wohlwollenden qualifizierten Arbeitszeugnisses mit einer bestimmten Note verpflichtet. Diesbezüglich sollte im Vertrag auch eine Frist stehen. 

Was ist ein Abwicklungsvertrag?

Auch beim Abwicklungsvertrag handelt es sich um eine zweiseitige Regelung zwischen Ihnen und Ihrem Chef. Hier werden die Folgen einer Beendigung durch Kündigung des Arbeitsverhältnisses einvernehmlich geklärt und festgehalten. Ein beliebtes Anwendungsfeld der Abwicklungsvereinbarung findet man auch immer wieder bei befristeten Arbeitsverhältnissen. So entscheiden sich Arbeitgeber und Arbeitnehmer häufig dafür, das Ende selbigen in einem solchen Vertrag festzulegen. Doch was genau ist der Kernaspekt eines Abwicklungsvertrags? Dreh- und Angelpunkt sind zwei Dinge. Der Arbeitnehmer erklärt mit seiner Unterschrift unter dem Abwicklungsvertrag, dass er von einer Kündigungsschutzklage absehen wird. Er ist sozusagen mit der Kündigung einverstanden. Auf der anderen Seite verpflichtet sich der Arbeitgeber zu einer Abfindung, die der Arbeitnehmer nach Ende des Arbeitsverhältnisses erhalten soll. Doch innerhalb des Abwicklungsvertrags werden noch weitere Punkte festgehalten. 

So regelt die Vereinbarung in der Regel auch die Freistellung des Arbeitnehmers. Weitere Punkte, die hier gerne festgehalten werden sind neben der Note des Arbeitszeugnisses auch der Umfang der Restzahlungen, die dem Arbeitnehmer noch zustehen. Durch den Abwicklungsvertrag müssen Sie nur dann eine Sperrzeit ertragen, wenn Sie die Kündigung selbst ausgesprochen oder aber herbeigeführt haben (bspw. durch Provokation).  

Wann wird ein Abwicklungsvertrag geschlossen?

Ein Abwicklungsvertrag nach Kündigung ist Gang und Gäbe. Grund hierfür ist, dass sich Ihr Arbeitgeber absichern möchte. Mit einem Abwicklungsvertrag verpflichten Sie sich nämlich dazu, der Kündigung zuzustimmen. Im Zuge dessen können Sie keine Kündigungsschutzklage mehr einlegen.  

Welche Nachteile gibt es bei einem Abwicklungsvertrag?

Der Abwicklungsvertrag wird häufig damit angepriesen, dass dem Arbeitnehmer keine Sperrfrist beim Arbeitsamt droht. Doch hier sollten Sie sich nicht blenden lassen. Auch beim Abwicklungsvertrag können Sperrzeiten drohen. Dies ist zumindest dann der Fall, wenn Sie die Kündigung mittelbar oder unmittelbar selbst herbeigeführt haben. Darüber hinaus sollten Sie sich darüber im Klaren sein, dass Sie mit einem Abwicklungsvertrag Ihr Recht verwirken, eine Kündigung juristisch anzugreifen. Sollte sich also im Nachhinein herausstellen, dass selbige unwirksam war, haben Sie keine rechtliche Handhabe mehr, gegen diese vorzugehen.

Was ist besser: Aufhebungsvertrag oder Abwicklungsvertrag?

Am Ende stellt sich natürlich die Frage, was besser ist. Aufhebungsvertrag oder Abwicklungsvertrag? Hierfür muss man erstmal die Unterschiede festhalten. Ein Aufhebungsvertrag hebt selbstständig das Arbeitsverhältnis auf. Im Gegensatz dazu setzt ein Abwicklungsvertrag voraus, dass bereits eine Kündigung ausgesprochen wurde. Dennoch kann es mitunter schwer fallen, die beiden Verträge voneinander zu unterscheiden. Dies ist vor allem dann der Fall, wenn die Wirksamkeit der Kündigung vor einem Abwicklungsvertrag in Frage steht. Da Sie bei einem Abwicklungsvertrag Ihre Möglichkeit zum Einlegen einer Kündigungsschutzklage bereits im Vorhinein verwirken, ist dieser nur bei eindeutig wirksamen Kündigungen ratsam. In jedem Fall legen wir Ihnen ans Herz, bei der Beendigung eines Arbeitsverhältnisses immer einen Fachanwalt für Arbeitsrecht zu konsultieren.

Haben Sie einen Aufhebungsvertrag erhalten?

Wie können wir Ihnen weiterhelfen?

Das Ende eines Arbeitsverhältnisses ist nicht selten mit einem hohen juristischen Aufwand verbunden. Hier ist es wichtig, einen Experten an seiner Seite zu wissen. Egal, ob Kündigung, Aufhebungsvertrag oder Abwicklungsvertrag. Unsere Fachanwälte für Arbeitsrecht holen für Sie das beste Ergebnis heraus.


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