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Arbeitszeugnis Formulierung – was sollte nicht im Arbeitszeugnis stehen?

Arbeitszeugnis-Formulierung

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Mit dem Ende eines Arbeitsverhältnisses erhält der Arbeitnehmer einen Anspruch auf ein Arbeitszeugnis. Dieses soll im besten Fall als Aushängeschild für zukünftige Arbeitgeber dienen. Häufig klingen die Formulierungen einer solchen Bewertung Ihrer Arbeitsleistung durchgehend positiv. Doch wie erkennt man ein gutes Zeugnis? Wir zeigen Ihnen wie Sie ein Arbeitszeugnis deuten können. Und gibt es für ein Arbeitszeugnis Vorlagen? Diese und weitere Fragen werden wir im Folgenden beantworten.

Was ist ein Arbeitszeugnis?

Sobald Ihr Arbeitsverhältnis endet, können Sie von Ihrem Chef ein Arbeitszeugnis verlangen. Hierbei gibt es zwei Arten des Arbeitszeugnisses: (1) das “einfache Arbeitszeugnis”, dieses enthält Angaben zum Unternehmen und dem Arbeitnehmer, die Dauer des Arbeitsverhältnisses sowie die genaue Berufsbezeichnung und (2) das “qualifizierte Arbeitszeugnis”, dieses enthält darüber hinaus eine zusätzliche Beurteilung über die Arbeitsleistung und das Arbeitsverhalten des Arbeitnehmers .

Was muss alles in einem Arbeitszeugnis stehen?

Ein Arbeitgeber muss in Arbeitszeugnissen für seine Mitarbeiter einige wichtige Punkte beachten. Damit die Urkunde mustergültig und vollständig ist, sollten folgende Dinge auftauchen.

  • Titel und einleitende Worte
  • Beschreibung der Arbeitstätigkeit
  • Leistungsbeurteilung (Zeugnisformulierung)
  • Einschätzung des sozialen Verhaltens
  • Beendigungsformel
  • Dankesformel und Bedauernsformel
  • Wünsche für die Zukunft
  • Ort, Datum und Unterschrift

Wann wird das Arbeitszeugnis fällig?

Zur Fälligkeit eines Arbeitszeugnisses gibt es keine gesetzliche Regelung. Es gilt lediglich die Vorschrift, dass ein einfaches Arbeitszeugnis oder (wenn verlangt) ein qualifiziertes Arbeitszeugnis “zeitnah” ausgestellt werden soll. Dies umfasst regelmäßig ein Zeitfenster zwischen zwei und vier Wochen nach Ende des Arbeitsverhältnisses. Doch kann ich ein Arbeitszeugnis verlangen ohne Kündigung eingereicht oder erhalten zu haben? Sie haben qua Gesetz lediglich Anspruch auf ein “Endzeugnis” bzw. “Abschlusszeugnis”. Hier wird bereits deutlich, dass das Arbeitsverhältnis beendet werden muss. Selbstverständlich können Sie Ihren Chef um ein Zwischenzeugnis ohne Beendigung des Beschäftigungsverhältnisses bitten. Ein Anspruch hierauf besteht jedoch regelmäßig nicht. Ein Anspruch auf ein Zwischenzeugnis kann aber bestehen, wenn das (tarif-)vertraglich vorgesehen ist.

Woher weiß ich, ob mein Arbeitszeugnis gut ist?

Ein Arbeitszeugnis klingt aus Sicht eines Laien in aller Regel positiv. Allerdings tragen die unterschiedlichen “Zeugnisformulierungen” eine Bedeutung in sich, die man in einem “Phrasen-Katalog”einsehen kann. Hier kann man jeder Formulierung eine Art Schulnote zuordnen. So lässt sich das eigene Arbeitszeugnis bequem entschlüsseln.

Welche Note hat mein Arbeitszeugnis?

Eine Benotung befindet sich stets im Arbeitszeugnis. Die Formulierungen im Rahmen der Leistungsbeurteilung stellen im Arbeitszeugnis Bewertung dar. So können Sie Ihr Arbeitszeugnis entschlüsseln und herausfinden, ob Sie ein gutes Arbeitszeugnis erhalten haben oder nicht. Um im Arbeitszeugnis Noten herauszufinden, können Sie sich an folgenden Formulierungen orientieren:

  • Sehr gut: Stets zur vollsten Zufriedenheit
  • Sehr gut – gut: Stets zur vollen Zufriedenheit
  • Gut: Zur vollsten Zufriedenheit
  • Befriedigend: Zur vollen Zufriedenheit
  • Ausreichend: Zur Zufriedenheit
  • Mangelhaft: Im Großen und Ganzen zur Zufriedenheit

Es ist aber immer das gesamte Zeugnis zu bewerten, um die Gesamtnote einschätzen zu können.

Wie schreibe ich ein sehr gutes Arbeitszeugnis?

In einem sehr guten Arbeitszeugnis werden dem Arbeitnehmer beste Kompetenzen bescheinigt. Dementsprechend wirkt ein sehr gutes Arbeitszeugnis für den Leser wie ein ausladendes Lob für die vollbrachte Arbeitsleistung des Mitarbeiters. Für ein sehr gutes Arbeitszeugnis Beispiele zu finden, ist nicht schwer. Hier stößt man immer wieder auf typische Formulierungen. So liest man in sehr guten Arbeitszeugnissen Wörter wie “stets”, “zur vollsten Zufriedenheit” oder “immer”. Anhand dieser Begriffe können zukünftige Arbeitnehmer herauslesen, ob es sich um einen kompetenten potentiellen Mitarbeiter handelt oder nicht. Im Fokus steht dabei vor allem der zweite Teil des Arbeitszeugnisses. Hier befinden sich die Bewertungen zu Kernfähigkeiten wie Fachwissen, Arbeitsweise, Qualität der Arbeit und Belastungsfähigkeit. Führende Angestellte erhalten obendrein eine Einschätzung ihres Führungsstils. Doch auch das Sozialverhalten spielt eine große Rolle. Wenn ein Mitarbeiter in seinem Arbeitszeugnis beispielsweise liest, dass das Verhalten gegenüber Kollegen, Kunden und Vorgesetzten stets hervorragend war, kann er sich seiner sehr guten Benotung im Sozialverhalten sicher sein. Allerdings gilt auch hier die Faustregel, dass weniger oft mehr ist. Schließlich können zu viel und zu gewichtige Worte des Lobes genau Gegenteiliges erreichen. Sollten sich im Arbeitszeugnis also übertriebene Formulierungen wie bspw. “stets im allerhöchsten Maße” befinden, ist dies eher ein Nach-, denn ein Vorteil bei der Bewerbung. Sollten Sie ein Arbeitszeugnis erhalten, lassen Sie es am besten durch einen Fachanwalt für Arbeitsrecht “entschlüsseln”. Ein Experte schlägt hierbei das bestmögliche für Sie heraus.

Wie formuliert man ein schlechtes Arbeitszeugnis?

Ein schlechtes Arbeitszeugnis möchte niemand erhalten. Schließlich nagt dies nicht nur am Selbstbewusstsein, sondern senkt auch die Chancen bei zukünftigen Bewerbungen. Um eine schlechte Beurteilung zu erkennen, muss man auf Geheimcodes im Arbeitszeugnis achten. Schließlich erkennt man anhand bestimmter Floskeln sofort, ob es sich um eines gutes oder schlechtes Zeugnis handelt. Grundsätzlich gilt: Auch, wenn der Arbeitnehmer schlechte Leistungen erbracht hat, darf dies nicht konkret beschrieben werden. Von “ständigen Fehlern” oder Ähnlichem darf deshalb nicht die Rede sein. Ein schlechtes Arbeitszeugnis erkennt man vielmehr an bestimmten Begriffen wie “ausreichend”, “im Allgemeinen”, “bemühte sich” oder “mit Interesse”.

Ist der Arbeitgeber verpflichtet ein Zeugnis auszustellen?

Für die Mehrheit aller Arbeitgeber ist es wohl selbstverständlich, dass man zum Ende eines Arbeitsverhältnisses ein Arbeitszeugnis schreiben muss. Doch besteht ein Recht auf Arbeitszeugnis? Grundsätzlich gilt, dass eine entsprechende Urkunde nur dann ausgestellt werden muss, wenn es vom Arbeitgeber verlangt wird. Eine Ausnahme hiervon gilt nur dann, wenn es sich um ein Berufsausbildungsverhältnis handelt. Hier besteht eine Zeugnispflicht für den Arbeitgeber unabhängig des Willens des Azubis. Sollte der Arbeitnehmer ein qualifiziertes Arbeitszeugnis verlangen, hat er einen Anspruch auf ein wohlwollendes Arbeitszeugnis. Dies besagt, dass im Zeugnis keine negativen Formulierungen enthalten sein dürfen.

Was darf nicht in einem Arbeitszeugnis stehen?

Um ein qualifiziertes Arbeitszeugnis prüfen zu können, muss man auf bestimmte Formulierungen achten. Diese sind Dreh- und Angelpunkt für die Beurteilung Ihrer Arbeitsleistung und Ihr soziales Verhalten. Dennoch gibt es einige Punkte, die nicht in einem Arbeitszeugnis genannt werden dürfen. Dabei handelt es sich um Informationen bezüglich folgender Informationen

  • einer Betriebsratstätigkeit
  • privater Alkoholkonsum
  • erteilte Abmahnungen
  • Einkommen
  • Ermittlungsverfahren
  • Straftaten
  • Krankheiten
  • Elternzeit
  • Schwangerschaft
  • Privatleben (Sexualleben, Nebentätigkeiten)
  • vorherige Arbeitslosigkeit bzw. Vermittlung durch Agentur für Arbeit
  • Kündigungsgrund (nur auf Wunsch des Beurteilten)

Außerdem dürfen keine geheimen Zeichen wie ein Strich neben der Unterschrift oder eine in Kinderschrift geschriebene Unterschrift auf dem Arbeitszeugnis vermerkt werden. Auch das Signalisieren zur Auskunftsbereitschaft über den Mitarbeiter ist verboten. Insgesamt gilt, dass widersprüchliche und verschlüsselte Formulierung nicht in Arbeitszeugnissen genannt werden dürfen. Allerdings finden solche Geheimcodes in der Praxis in der Regel trotzdem Anwendung.

Was ist ein qualifiziertes Arbeitszeugnis?

Das qualifizierte Zeugnis enthält nicht nur Angaben über Art, Inhalt und Dauer des Beschäftigungsverhältnisses, sondern auch Ausführungen über das Verhalten sowie die erbrachte Leistung von Arbeitnehmenden. Somit wird die Arbeitsleistung und das Verhalten des Arbeitnehmers während des gesamten Beschäftigungsverhältnisses durch den Arbeitgeber beurteilt.

Wann darf man ein qualifiziertes Arbeitszeugnis verlangen?

Anders als ein einfaches Arbeitszeugnis erhält der Arbeitnehmer ein qualifiziertes Arbeitszeugnis nicht automatisch mit dem Ende des Arbeitsverhältnisses. Stattdessen muss er ein entsprechendes Arbeitszeugnis anfordern. Dieses Recht steht jedem Arbeitnehmer mit Austritt aus dem Unternehmen zu.

Bis wann muss ein Arbeitgeber ein Zeugnis ausstellen?

Sowohl Arbeitnehmer als auch Arbeitgeber müssen beim Arbeitszeugnis Fristen beachten. Diese können je nach Arbeitgeber nach vertraglichem Arbeitsrecht, tariflichen Vereinbarungen oder den allgemeinen gesetzlichen Vorschriften bestimmt werden. Eine typische arbeitsvertraglich geregelte Frist zur Erstellung eines Arbeitszeugnisses umfasst vier Wochen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses. Sollten entsprechende Fristen tarifvertraglich geregelt sein, wenden Sie sich im besten Fall an den Betriebsrat. Sollte weder arbeitsvertraglich noch tarifvertraglich eine Frist festgelegt worden sein, gilt die gesetzliche Frist von einem Jahr nach Austritt aus dem Unternehmen.

Was kann ich tun wenn ich kein Arbeitszeugnis bekomme?

Da ein Arbeitszeugnis für künftige Bewerbungen von großer Bedeutung ist, spielen Fristen für Arbeitszeugnis eine große Rolle. Hierbei stellt sich auch die Frage: Kann ein Arbeitszeugnis verweigert werden? Sollte Ihr Arbeitgeber eine entsprechende Urkunde nicht ausstellen, sollten Sie sich im Rahmen einer schriftlichen Aufforderung an ihn wenden. Setzen Sie ihm dabei eine angemessene Frist. Im besten Fall wenden Sie sich an einen Fachanwalt für Arbeitsrecht, der Ihnen bei der Durchsetzung Ihres Rechts weiterhelfen kann.

Was steht im Arbeitszeugnis wenn man gekündigt wurde?

Auch die Beendigung des Arbeitsverhältnisses spielt im Arbeitszeugnis eine Rolle. So äußert sich der Arbeitgeber vornehmlich im Schlussteil hierzu. Hierbei kann sich der Arbeitgeber auch zum Kündigungsgrund äußern. Allerdings trifft ihn auch hierbei die Pflicht zu einer wahrheitsgemäßen und wohlwollenden Formulierung.

Wie sollte ein gutes Zwischenzeugnis aussehen?

Ein Zwischenzeugnis wird nicht zur Beendigung, sondern während eines Arbeitsverhältnisses erstellt. Dabei muss der Arbeitgeber die gleichen Vorschriften einhalten, die auch bei einem Arbeitszeugnis bestehen. Achten Sie also auch hierbei auf die entsprechenden Formulierungen. Ein Unterschied besteht jedoch in der Schlussformel. Schließlich besteht das Beschäftigungsverhältnis auch weiterhin.

Wie können wir Ihnen weiterhelfen?

Sollten Sie ein Arbeitszeugnis prüfen lassen wollen, sollten Sie sich unbedingt an einen Experten wenden. Unsere Fachanwälte für Arbeitsrecht stehen Ihnen bei allen Angelegenheiten zum Thema Arbeitszeugnis mit Rat und Tat zur Seite. So können wir Ihr Arbeitszeugnis bewerten und zeigen Ihnen auch, wie man ein Arbeitszeugnis richtig lesen kann. 

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